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Pflegeherzen Kunden im Interview Teil 12

Als Bozena kam, „ging es bergauf“

 

Oft übernehmen die eigenen Kinder die Pflege ihrer kranken Eltern. Auch Birgit J. hat sich um ihre Mutter gekümmert, mit der sie in einem Dorf im Landkreis Neunkirchen unter einem Dach wohnt. Dann wurde sie selber krank. Was tun? Bekannte empfahlen der Familie die Schiffweiler Agentur Pflegeherzen. Diese vermittelte zunächst eine ältere Betreuungsperson, die nach ein paar Wochen von Kollegin Bozena Kulasik abgelöst wurde – ein echter Glücksgriff.   

 

„Ich werde 91 im November“, sagt Hildegard W. und lächelt stolz. Man weiß augenblicklich, dass sie es dabei noch lange nicht belassen will. Dafür spricht ihre gesunde Gesichtsfarbe, der aufmerksame Blick, die aufrechte Haltung und diese Gelassenheit, wie sie sich im besten Falle nach einem langen, erfüllten  Leben einstellt. Vor einem halben Jahr sah das noch ganz anders aus, erinnert sich ihr Schwiegersohn Gerd. „Damals war sie ein bisschen depressiv und generell unzufrieden mit der Situation.“ Zum Glück ist das Geschichte: „Bozena hat sie wieder flott gemacht.“ Was vielleicht etwas flapsig klingen mag. Dabei  schwingt in dieser Bemerkung des pensionierten Schulleiters vor allem jede Menge Anerkennung und Dankbarkeit mit – für die polnische Betreuungskraft, die sich seit elf Wochen rund um die Uhr um Hildegard W. kümmert.

 

Normaler Weise ist das Sache ihrer Tochter. Doch die zog sich einen Wirbelbruch zu und musste im Anschluss an die Therapie zur Kur. Was also tun? Allein kommt Hildegard W. nicht mehr zurecht, mehrere Krankenhausaufenthalte im letzten Jahr haben ihrer Gesundheit schwer zugesetzt. Eine Betreuungskraft musste her. Wo für andere eine Odyssee aus Suchen-Ausprobieren-Enttäuscht werden-Weitersuchen beginnt, konnte die Familie auf eine Empfehlung von Bekannten zurück greifen. „Sie erzählten, dass sie gute Erfahrungen mit einer Schiffweiler Agentur gemacht haben.“ Inzwischen arbeiten vier polnische Kräfte, die von Pflegeherzen vermittelt wurden, im Ort. „Das sagt eigentlich alles.“

 

Zunächst kam eine ältere Betreuerin ins Haus. Die resolute 70-Jährige hatte noch andere Verpflichtungen, unter anderem als Reiseleiterin, weswegen sie nach relativ kurzer Zeit den Dienst quittierte und den Stab an eine jüngere Kollegin übergab: Bozena Kulasik. Die 53-jährige Mutter eines Sohnes und einer Tochter wohnt mit ihrem Mann bei Posen, 200 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Gelernt hat sie Elektrotechnik, dem Vater zuliebe, erzählt die Betreuerin gut verständlich. In Deutschland ist Bozena seit fünf Jahren. Während des Gesprächs bittet sie ihr Gegenüber immer mal wieder, etwas langsamer zu reden. Hält man sich daran, klappt die Verständigung problemlos.

 

Wie sieht so ein gemeinsamer Tag aus?  Früh wird als erstes Blutdruck gemessen. Es folgt der Badbesuch mit Unterstützung beim Waschen und Anziehen und das gemeinsame Frühstück. „Später mache ich bisschen sauber“, erzählt Bozena. Danach ist schon Zeit fürs Mittagessenvorbereiten. „Manchmal fahre ich einkaufen mit dem Auto“, ansonsten bringt die Familie alles mit, was die beiden Damen benötigen. Gestern gab es Kartoffelsalat mit Bratwurst. Gut erinnern kann sich Hildegard W. an die „Rostigen Ritter“ mit Suppe – ein leckeres Gericht aus angebratenen, in Eier-Milch eingeweichten Brotscheiben. Das kannte sie vorher gar nicht.

 

Am Nachmittag hat die Betreuerin  zwei Stunden Pause. Diese Zeit nutzt die sportliche Polin für ihr Hobby: „Ich laufe jeden Tag“, Bozena liebt die Bewegung in der Natur. „Das Klima ist gut hier.“ Nur eines sei gewöhnungsbedürftig: „Es gibt im Ort kein Geschäft.“ Zum Shoppen muss man mit dem Bus oder dem Pkw nach Neunkirchen fahren. Im Laufe des Nachmittags trinken die Seniorin und ihre Betreuerin gemütlich Kaffee und spielen zusammen: Skip.Bo, manchmal Memory und immer wieder Rommee Cup . „Nein, noch nicht um Geld“, meint das Duo lachend auf eine entsprechende Frage hin. Aber dann geht’s ins Bett nach dem Abendbrot? „Noch nicht“, schüttelt Bozena den Kopf. Bis 22 Uhr sei man mindestens noch auf. „Frau W. ist nicht sehr krank, sie muss nicht um sieben Uhr schlafen gehen.“

 

Das klingt alles fast ein bisschen zu schön um wahr zu sein. Hat es wirklich so gut geklappt? Gerd J. nickt. „Sehr gut, wunderbar“, lobt er. „Bozena ist sehr hilfsbereit.“ Die wird leicht verlegen und meint lächelnd: „Ich geh lieber in den Keller.“ Woraufhin der Schwiegersohn von Hildegard W. meint: „Kannst ruhig hierbeleiben, das ist alles wahr.“

 

Doch die gemeinsamen Tage sind gezählt, Bozenas Einsatz hier neigt sich seinem Ende entgegen. „Ich muss nach Polen fahren, meine Enkelkinder haben Kommunion“, verrät die Betreuerin.  Überhaupt sind elf Wochen eine lange Zeit.  „Hier ist nicht schlimm, aber für Kopf“ – das Heimweh wird zwar schwächer, ganz verloren hat es sich aber noch nie. Normaler Weise dauert ein Turnus acht Wochen, „das ist genug. Mir fehlt meine Familie.“ Bozenas Mann ist LKW-Fahrer und auch oft lange auf Tour. Was im Übrigen eine Gemeinsamkeit mit Hildegard W. ist: Auch deren Mann war Berufskraftfahrer, allerdings im regionalen Busverkehr. Sie selbst arbeitete lange Jahre in der Buchhaltung. Für Bozenas Situation hat sie volles Verständnis: „Wenn das Telefon klingelt, weiß ich genau, da ist ihr Mann dran“ – dann muss, dann darf alles andere warten.

 

Nicht nur mit Bozena, auch mit der vermittelnden Agentur ist Gerd J. sehr zufrieden. Sollte es noch einmal nötig werden, ist Pflegeherzen dann seine erste Wahl? „Natürlich“, antwortet der Ruheständler ohne zu zögern. „Klar, preislich kann sich das nicht jeder leisten. Aber wir waren mit den Leistungen sehr zufrieden. Es wurde auch durch Herrn Avarello öfter nachgefragt,  wie es läuft.“ Alles in allem fühlte man sich gut aufgehoben bei Pflegeherzen. Zumal das Ergebnis ja für sich spricht: „Bozena hat meine Schwiegermutter gesund gepflegt.“ Damit hatte man eigentlich gar nicht gerechnet. Aber fehlen – ja fehlen wird sie ihnen schon.