Pflegeherzen

24h in guten Händen

Als Fachexperten treten Pflegeherzen in den Medien auf.

Pflegeherzen Kunden im Interview Teil 6

„Mir war wichtig, dass Mama nicht allein im Haus ist“

Nach dem Sturz ihrer hochbetagten Mutter gab es für Elisabeth E. eine viel bessere Lösung als die Einweisung ins Pflegeheim. Da sie bereits sehr gute Erfahrungen mit der Schiffweiler Agentur Pflegeherzen gemacht hatte, wandte sie sich erneut dorthin. Ihre Ansprüche an die zu vermittelnde Betreuerin waren zwar hoch, aber Pflegeherzen fand mit Grazia aus Oberschlesien eine patente, fürsorgliche Person für diesen alles andere als 0-8-15-Job.

Hängen bleiben, stolpern, hinfallen: Oft ist das der Anfang vom Ende, wenn man alt und gebrechlich ist. Für Maria A. sah es zunächst auch nicht gut aus: „Als meine 97-jährige Mutter nachts stürzte, war mir und meiner Schwester klar, dass sie ohne eine persönliche Betreuung nicht mehr zu Hause bleiben kann“, erzählt Elisabeth E..

Dazu muss man wissen, dass Pflegeheime für sie ein rotes Tuch sind. Obwohl es Jahre her ist, macht es sie immer noch wütend, wie man „Mariechen“, ihre ältere Schwester mit Down Syndrom und zuletzt starker Demenz, in solch einer Einrichtung behandelt hat – dieser Mix aus nicht Können und nicht Wollen, der aus extremen Personalmangel resultiert. Als tägliche Besucherin hat Elisabeth E. miterlebt, dass Heimbewohner hilflos vor ihrem vollen Teller saßen, weil ihnen niemand beim Essen assistierte, dass sie lange eingenässt blieben oder sogar in den Betten fixiert wurden, um die Abläufe nicht zu stören. „Ich habe sie dort rausgeholt“ – die einzig richtige Entscheidung, weiß Elisabeth E. heute. Ihr letztes Lebensjahr wurde Marie zu Hause betreut – nicht nur von ihrer Schwester, die als Selbständige im Einzelhandel Vollzeit arbeitet, sondern vor allem von polnischen Frauen, die die Schiffweiler Agentur Pflegeherzen vermittelt. „Sie haben sich mit viel Herzblut, Liebe und Können um Mariechen gekümmert.“ Weil die Schwester gern „schön“ sein wollte, tupfte ihr die Betreuerin beispielsweise oft Rouge auf die Wangen. „Und sie sang immer: Mary Lou, du bist mein Schatz.“

Was lag also näher, als erneut die Pflegeherzen ins Boot zu holen. „Die Agentur war uns ja bereits als kompetent, leistungsstark und vor allem als sehr zuverlässig bekannt“. Nach der Kontaktaufnahme reiste die ausgewählte Betreuungskraft aus Polen innerhalb weniger Tage an – um für länger zu bleiben. „Wir haben jemanden gesucht, der mit unserer Mutter gemeinsam im Haus wohnt.“ Das schmale Gebäude im Saarlouiser Stadtteil Roden ist verwoben mit der Geschichte der Familie. Nach dem Krieg hat es Maria A. als Trümmerfrau, Stein für Stein abklopfend, mit eigenen Händen wieder aufgebaut. Hier zog sie ihre drei Mädchen groß, hier trauerte man gemeinsam um den Ehemann, der schon früh – mit 56 Jahren – starb, und vor noch nicht allzu langer Zeit um Mariechen. Als gelernte Damenschneiderin konnte Maria A. ihren Beruf daheim ausüben. „Bei uns war immer Leben, ständig kamen Leute“, erinnert sich Elisabeth E.. Wie die meisten Menschen dieser Generation hat ihre Mutter ihr ganzes Leben lang viel und hart gearbeitet. „Um zu schaffen, brauch ich nicht noch mal auf die Welt zu kommen“, kommentiert Maria A. das mit heiter blitzenden Augen beim Gespräch am Küchentisch, wo an diesem schwülwarmen Sommervormittag drei verschiedene Gläser mit Getränken bereit stehen.

„Gerade weil sie so viel gearbeitet hat, ist es mir wichtig, dass sie gut versorgt wird“, greift die Tochter den Gesprächsfaden wieder auf. Wobei Elisabeth E. ganz genaue Vorstellungen von der Art der Betreuung hat: „Die Betreuungskraft soll unserer Mutter so viel Hilfe geben wie notwendig, ihr dabei allerdings nicht ihre Selbständigkeit und Eigenverantwortung abnehmen.“ Natürlich müssen Beide auf einer Wellenlänge liegen, damit sich die jüngere Person in die Lebenssituation und Bedürfnislage der älteren hinein versetzen und Verständnis für ihr Verhalten entwickeln kann. „Gleichzeitig sollte unsere Mama körperlich gut versorgt und nach ihrer Geschmackslage bekocht werden“, mittags gehört für Maria A. beispielsweise ein Stück Fleisch auf den Tisch. Um geistig fit zu bleiben, löst die Seniorin Kreuzworträtsel. Aber auch die Betreuungsperson sollte zur Fitness im Kopf mit „kleinen Denkanstößen“ beitragen. Es ist also nicht gerade wenig, was Elisabeth E. voraussetzt und erwartet. Umso schöner, dass Grazia Humin alle diese Anforderungen erfüllt – und noch ein bisschen mehr. Die aus dem oberschlesischen Racibórz (Ratibor) stammende Betreuerin kümmert sich rührend um Maria A. . Seit vier Jahren arbeitet sie für Pflegeherzen, in Saarlouis könnte sie am liebsten für immer bleiben. „Die Familie ist super“, schwärmt Grazia, die selbst keine Kinder hat, „meine große Liebe.“ Früh um 8.15 Uhr kommt sie aus den von ihr bewohnten Räumen im Erdgeschoss hoch in die Wohnung von Maria A. . Da hat diese schon allein gefrühstückt und sich die Zeitung aus dem Briefkasten geholt – rückwärts die Treppe herunter. „Meine Frau ist sehr selbständig“, lobt Grazia mit ihrem manchmal trolligen, nicht ganz perfekten Deutsch und lächelt. Sie hilft Maria A. beim Waschen und Ankleiden, putzt und kümmert sich um die Wäsche, begleitet sie in den Garten hinterm Haus. Zwischendurch geht die Helferin nach unten zum Kochen. Dann legt sich Maria meistens hin, „sie braucht viel Ruhe“. Sonntags sehen sie sich die Messe im Fernsehen an, ansonsten schwelgt die 97-Jährige lieber in Erinnerungen, als in die Flimmerkiste zu kucken.

Die Zwei verstehen sich blind. Weshalb es gar nicht so vermessen ist, wenn hier jeder damit rechnet, dass Maria A. mindestens die 100 erreicht. Woran Grazia und damit auch die vermittelnde Agentur großen Anteil hätten. „Pflege ist Arbeit mit den Händen, dem Herzen und dem Verstand“, bringt es Elisabeth E. am Ende des Interviews auf den Punkt. „Pflege ist Arbeit mit den Menschen. Genau dieser Definition wird Pflegeherzen mit seinen Mitarbeitern und Betreuerinnen gerecht.“ Oder anders gesagt: Viel besser kann man es eigentlich gar nicht machen.