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24h in guten Händen

Als Fachexperten treten Pflegeherzen in den Medien auf.

Pflegeherzen Kunden im Interview Teil 7

„Wir wären ohne sie verloren“

Wenn Vater und Mutter sich nicht mehr allein versorgen können, erscheint eine Heimunterbringung oft als einzige Lösung – einmal mehr, wenn einer der beiden blind und der andere an den Rollstuhl gefesselt ist. Nicht so beim Ehepaar M. aus Saarlouis. Ihre Kinder wandten sich an Pflegeherzen, die eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung organisierten. Auch nach dem Tod ihres Mannes kann die Witwe im eigenen Haus bleiben, wo sie derzeit von Yolanta aus Schlesien liebevoll umsorgt wird.

Alt werden ist nichts für Feiglinge – niemand weiß das besser als Hannelore M. . Die 85-Jährige ist seit einem Oberschenkelhalsbruch auf den Rollstuhl angewiesen. „Es fing 2012“, erzählt Tochter Barbara dem Besuch, der im Wohnzimmer der Reihenhaushälfte ihrer Eltern Platz genommen hat. Damals stürzte die alte Dame einige Male. „Ja, ich bin öfters auf die Nase gefallen“, bestätigt Hannelore mit einem kleinen, feinen Lächeln, das immer wieder ihr Gesicht verjüngt. Geistig hellwach, verfolgt sie die Unterhaltung phasenweise aufmerksam. Dann scheinen die Gedanken wieder abzudriften, der Blick wandert nach innen, ins Reich der Gedanken und Erinnerungen.

Gerade dreht sich das Gespräch um die Kanalbauarbeiten draußen vor dem Haus, die seit einigen Tagen das Passieren der Straße und des Fußweges erschweren. Der Krach ärgert die Seniorin schon ein bisschen, der verbaute Gehweg dagegen nicht wirklich. Die Zeiten, wo Hannelore für kleine Besorgungen und wegen der Kinder mehrmals täglich in die Stadt gelaufen ist, sind lange her. „Damals gab es noch den Bäcker an der Ecke.“ Will man heute frische Brötchen kaufen, muss man ins Auto steigen. „Dann gibt es eben Schwarzbrot zum Frühstück“, meint die alte Dame genügsam. So lange Fußmärsche am frühen Morgen will sie „ihrer“ Yolanta nicht zumuten.

Dabei würde das Yolanta wahrscheinlich wenig ausmachen, tatkräftig und hilfsbereit wie sie ist. Ihre Heimat ist Wiślica, ein 700 Seelen Dorf mit einem Schulzenamt der Gemeinde Skoczów im Landkreis Cieszyński der Woiwodschaft Schlesien. Wie Hannelore hat sie drei Kindern das Leben geschenkt, sechs Enkel freuen sich, wenn sie auf Heimaturlaub kommt. Die polnische Betreuungskraft lebt jetzt seit sieben Wochen im Haus der Familie M. . Im Obergeschoss stehen ihr ein Zimmer und ein eigenes Bad zur Verfügung, wo hin sie sich zurückziehen kann.

„Meine Geschwister und ich haben jemanden für den ganzen Tag gesucht“, erklärt Barbara D. . Das war im November, „da hat der Vater noch gelebt“. Ziemlich schnell kristallisierte sich unter allen Angeboten die Agentur Pflegeherzen heraus, die Bekannten empfohlen hatten. „Mir war wichtig, dass ich einen Ansprechpartner in der Nähe habe und nicht nur am Telefon in Lettland oder so“, betont die Tochter, die als medizinisch-technische Assistentin Vollzeit im Labor arbeitet. Jemand sollte greifbar sein, ein Gegenüber, mit dem man Auge in Auge reden und auch mal Probleme klären kann. „Das klappt voll und ganz“, äußert sich die berufstätige Tochter sehr zufrieden. „Wir stehen in regelmäßigem Kontakt.“ Findet der reguläre Personalwechsel statt, was aller sechs bis acht Wochen der Fall ist, erkundigt sich das Pflegeherzen Team, wie es läuft. Einmal habe es mit der polnischen Kraft nicht funktioniert. „Das ging einfach nicht mehr, die Frau brauchte dringend Urlaub“, erinnert sich Barbara D. . Die Agentur mit Sitz in Schiffweiler klemmte sich dahinter und konnte nach drei Tagen bereits einen Ersatz vorbei schicken.

Am Anfang war es alles andere als leicht gewesen für die Betreuerinnen: Tagsüber mussten sie für Hannelore M. da sein, nachts für Ehemann Nikolaus, der beim Einsatz im Krieg erblindet war. Kennen gelernt hatten sich Hannelore und Nikolaus ganz klassisch auf Arbeit: Beide waren bei der Kreissparkasse tätig gewesen. 1953 heirateten sie. Unterstützt von seiner Frau, meisterte Nikolaus das Leben trotz seiner Behinderung. Er wurde als Telefonist von der Bank eingestellt. Daheim werkelte er gern im Keller, „für seine Enkel hat er zum Beispiel eine Kaufmannsladen gebaut“. Der Garten war ein gemeinsames Hobby der Eheleute. Die Rosen mochte Hannelore immer besonders, genau wie den großen Hibiskus. „Und die Magnolie habt ihr doch immer so gehegt und gepflegt“, ergänzt Tochter Barbara. Im Alter von 90 Jahren ist Nikolaus M. friedlich in seinem eigenen Bett in seinem Haus, in dem ihre drei Kinder groß geworden sind, eingeschlafen.

Sieben Enkel und drei Urenkel hat Hannelore, die „über ganz Deutschland verteilt“ sind. Aber der wichtigste Mensch im Alltag ist Yolanta, die kocht, bäckt, ihr beim Fernsehen Gesellschaft leistet, mit ihr Karten spielt und in den Garten geht. Mit Geschmack und Sinn für Schönes hält die Betreuerin die Wohnung in Ordnung, stellt Blumen auf den Tisch und sorgt mit Kleinigkeiten für eine heimelige Atmosphäre. „ Wir wären ohne sie verloren “, meint die 85-jährige Seniorin lächelnd.

Kurz vor sieben Uhr wird gefrühstückt, später kommt eine Pflegekraft von der Sozialstation vorbei und hilft bei der Körperpflege und verabreicht die Medikamente. „Ansonsten hab ich den ganzen Tag meinen guten Geist“, sagt Hannelore mit Blick auf Yolanta. „Das ist wirklich eine große Entlastung“, stimmt Barbara zu. Allein zu wissen, dass jemand in der Nähe ist, wenn die kranke Mutter Hilfe braucht, ist Gold wert. „Wir waren mit allen Frauen sehr zufrieden bisher“, betont die Pflegeherzen-Klientin. Sie ist froh, dass ihr das ganze „Drum und Dran“ erspart bleibt wie die Organisation der An- und Abreise der Betreuerinnen, ihre Anmeldung, die Versicherung und so weiter: „Das nehmen mir die Pflegeherzen alles ab.“