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Stellungnahme zum Monitor Beitrag vom 06. Juni 2013

Liebe Pflegeherzen-Kunden,

am 06.06.2013 wurde in der ARD vom Magazin MONITOR ein Beitrag veröffentlicht, mit dem Titel “Abgezockt und alleine gelassen“. Hier ging es um polnische Betreuungskräfte die nach Deutschland entsendet werden. Wir haben bereits Kontakt mit der Redaktion aufgenommen in einer kritischen Stellungnahme zu dem Bericht Meinung bezogen.

Es ist schade das die Redaktion einseitig über das Thema berichtet, denn wir und unsere Kunden können Ihnen versichern, das bei uns weder die Betreuungskräfte im Stich gelassen werden noch unsere Kunden. Wir sind absolut bestrebt die polnischen Betreuerinnen mit einem guten Gefühl in Deutschland arbeiten zu lassen, denn das kommt schließlich auch den pflegebedürftigen zu Gute. Auch stehen wir in keinerlei Beziehung zu den im Bericht genannten Unternehmen und können auch nicht beurteilen, wie deren Arbeitsweise aussieht. Wir finden es jedoch sehr schade, dass hier generell die Branche in ein negatives Licht gerückt wird. Dies ist eine Ohrfeige für seriös arbeitende Agenturen. Da wir von Anfang an keine Kompromisse bei unserem Konzept, vor allem in Bezug auf die juristischen und arbeitsrechtlichen Aspekte, eingegangen sind, beziehen wir die Gegendarstellung auf unser Geschäftsmodell.

Thema: Entsendung der Betreuerinnen ohne Arbeitsvertrag

Es gibt verschiedene Wege, wie die Betreuungskräfte zu den Kunden nach Deutschland entsendet werden. Nach unseren Informationen gibt es auch die Möglichkeit, ohne Arbeitsvertrag entsendet zu werden, z.B. auf selbständiger Basis oder Auftrag für gewisse Tätigkeiten („Umowa o dzielo“ und „Umowa o zlecenie“). Wer in welchen Fällen welche Abgaben in welcher Höhe abführen muss, kann nur in Polen geklärt werden. Ein sehr komplexes Thema. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass auch hier ohne das A-1-Formular die Problematik der Sozialversicherung besteht und damit auch nur bedingte Legalität vorliegt. Der gängige und unserer Meinung nach sauberste Weg ist aber die Entsendung einer angestellten Betreuungskraft über das A-1-Formular, welches die Abgabe der Sozialbeiträge im Entsendungsland nachweist. Dies hat auch seine Richtigkeit, wenn alle Vorschriften gem. BGH-Urteil eingehalten werden.

Jede Partei (Betreuerin / deutsche Familie / deutscher Vermittler / polnische Agentur) muss sich mit den Vor- und Nachteilen befassen. Wenn alle Parteien informiert sind und sich trotzdem für einen anderen Weg entscheiden, kennen diese Personen auch die Risiken. Wichtig: Jede seriös arbeitende Agentur informiert sich im Vorfeld über die Methode der Entsendung durch seine polnischen Partner, da diese auch die anfragenden Familien in Deutschland richtig informieren müssen!

Zu den einzelnen kritischen Punkten aus dem Bericht:

„Trennung von der Familie, ganz einsam in Deutschland und das alles zum Hungerlohn von 1.000€ im Monat“

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass bei der Reportage ein Fehler unterlaufen ist, der bei genauer Betrachtung ersichtlich wird. Frau Alice spricht von einem Nettolohn von 1.000€, bei der Darstellung des Steuertricks wird ein Betrag von 1.100€ dargestellt. Weiter können wir festhalten, dass Frau Alice über gute bis sehr gute Deutschkenntnisse verfügt. Frauen auf diesem Sprachniveau verdienen auch bei dem Kooperationspartner von Pflegeherzen 1.000€ – 1.100€ (auch abhängig von anderen Faktoren). In Polen gilt ein Durchschnittslohn von 3.760zl (Währungskurs per 08.06.2012 4,24zl / 1€) in Euro entspricht dies einem Bruttolohn von 890€. Statistisch betrachtet verdienen die Polen aber tatsächlich durchschnittlich monatlich netto 690€ (2.900zl). Wenn eine Betreuungskraft ihr Leben in Polen für zwei / drei Monate aufgibt und zu Ihrer Familie kommt, verdient Sie in dem dargestellten Beispiel 45% mehr als der Durchschnitt in Polen. Dies ist der Grund, wieso die polnischen Betreuungskräfte freiwillig nach Deutschland fahren und die Trennung von der Familie in Kauf nehmen. Natürlich muss jede Person für sich entscheiden, ob sie diese Trennung in Kauf nimmt bzw. ob ihr die Vergütung dies wert ist.

„Betreuungskräfte werden alleine gelassen.“ „Niemand kümmert sich um die Personen.“ „Drohungen mit der Polizei sind notwendig, damit die Betreuungskraft abreisen darf.“ „Schwerstpflegefall bei Personal mit mangelnden Deutschkenntnissen“

Wir sind uns sicher, dass jeder unserer gegenwärtigen und ehemaligen Pflegherzen-Kunden an diesem Punkt nur den Kopf schütteln kann.

Alle Betreuungskräfte erhalten unsere kostenlose 0800-Rufnummer für den Fall, dass Probleme entstehen. Dies gilt nicht für medizinische Notfälle, da hier die Rettungsleitstelle verständigt werden muss. Diese Rufnummer erhalten auch unsere Kunden. Auch wenn Sie uns manchmal nicht sofort erreichen, es dauert nicht länger als eine Stunde, bis Sie von uns einen Rückruf erhalten und wir eine gemeinsame Lösung suchen.

Wir erlauben uns anzumerken, dass hier eine polnische Betreuungskraft offenbar ohne Deutschkenntnisse für einen Schwerstpflegefall vermittelt worden ist. Dies ist sehr fragwürdig. Jede Familie, die mit Pflegeherzen Kontakt hatte, weiß, dass wir in solchen Fällen bereits im Erstkontakt empfehlen, Betreuungskräfte mit guten bis sehr guten Deutschkenntnissen zu wählen. Mangelnde Deutschkenntnisse führen gerade in diesen Fällen oft zu Konflikten. Natürlich steigt hier der Preis der monatlichen Vergütung. Die Spanne für Pflegherzen bleibt aber immer konstant, dies können wir nachweisen. Unsere Kooperationspartner werden hier mit hoher Sicherheit einen etwas höheren Deckungsbeitrag erzielen, jedoch tragen diese auch das volle Risiko.

„24 Stunden Arbeitszeit – ohne Krankenversicherung, ohne Arbeitszeitreglung“

24-Stunden-Betreuung ist nicht gleich 24-Stunden-Wache. Richtig ist aber, dass es auch Fälle gibt, wo jemand auch nachts betreut werden muss – aber es gilt eine 40-Stunden-Woche auch bei polnischen Betreuungskräften. Dies erreicht man mit einer Rufbereitschaft in der Nacht oder mit einem Zeitausgleich am Tage. Eine Sitznachtwache kann nicht erwartet werden. Diese Arbeitszeiten sind bei seriösen Agenturen geregelt und werden individuell durch die Betreuungskraft gestaltet. Dies gilt auch für die freien Tage in der Woche. Jeder Kunde wurde bei unserer Beratung auch darauf hingewiesen.

Die Frage der Krankenversicherung lässt sich für Sie als Kunden durch den Nachweis des A-1-Formulars zweifelsfrei beantworten. Es gibt verschiedene Durchführungswege, wie die Betreuungskraft nach Deutschland entsendet wird. Gibt es kein A-1-Formular, kann man sicher sein, dass es zu Problemen bzgl. der Sozialversicherung kommen kann. Anzumerken ist, dass ein ordnungsgemäßes A-1-Formular meist 4 – 8 Wochen Bearbeitungszeit erfordert. Dennoch sollte man sich bestätigen lassen, dass es beantragt wurde. Ohne dieses Formular ist Legalität nur bedingt gewährleistet.

Pflegeherzen vermittelt lediglich Betreuungskräfte im Anstellungsverhältnis, teilweise zeitlich befristet. Für das A-1-Formular ist damit der Arbeitgeber (also unser Kooperationspartner) zuständig. Der Kooperationspartner bestätigt uns die Beantragung des A-1-Formulars.

„Der Steuertrick und die Sozialabgaben“

Wie funktioniert der „Steuertrick“, der dargestellt wurde? Die Betreuungskräfte erhalten einen Lohn. Dieser setzt sich aus Diäten (steuerfrei) und einem Grundgehalt (steuerpflichtig) zusammen.

Fast alle Agenturen, die mit Arbeitsverträgen arbeiten, nutzen diese Steuererleichterung. Die einen geben die Steuererleichterung an die deutschen Kunden weiter, die anderen an die polnischen Betreuerinnen – aber auch, um die eigene Gewinnspanne zu erhöhen.

Wichtig: Die Betreuungskräfte müssen vor der Unterzeichnung eines Vertrages über die komplexen Themen informiert werden. Bei Arbeitsverträgen wird bekannt, von welchem Betrag die Sozialabgaben (ZUS) abgeführt werden.

Das im MONITOR dargestellte Thema zeigt das Abführen von Sozialabgaben vom Mindestlohn (1.600zl / Kurs vom 08.06.2013 4,24zl / 1 €) also 380€. Die Diäten werden steuerfrei ausgezahlt.

Pflegeherzen arbeitet mit mehreren Partnern. Einer unserer Partner führt die Sozialabgaben (ZUS) von dem Bruttodurchschnittslohn ab. Damit zahlt das Unternehmen freiwillig die Sozialabgaben von einem Betrag von 3.760zl (890€) ab, anstatt von 1.600zl (380€). Das Grundgehalt bleibt jedoch bei 1.600zl. In Deutschland nicht vorstellbar, in Polen praktikabel. Damit motiviert unser Partner seine Mitarbeiter, so paradox es sich anhört.

„Die Millionäre sind doch die deutschen Vermittler und die polnischen Agenturen – und das alles nur für die Büroarbeit“

Die deutschen Vermittler als Millionäre?

Die Differenz zwischen Rechnungssumme und Nettolohn wird sehr wohl für viele Kosten verwendet. Wir als Agentur bekommen für die „Büroarbeit“ eine Provision zwischen 100€ – 150€, um unsere Kosten zu decken. Aber was sind die Bürotätigkeiten? Zu den „Bürotätigkeiten“ gehört bei Pflegeherzen auch der persönliche Kontakt vor Ort bei den Kunden – von der Erstanfrage bis zu Problemstellungen, die auch mal nachts am Telefon besprochen werden müssen, und es wird niemand „abgewimmelt“. Regelmäßige Hausbesuche gehören des weiteren zur zitierten Bürotätigkeit, ebenso wie auch Dienste im Rahmen der Notfallnummer, die 24 Stunden besetzt ist. Da wir die Damen oder Herren bei Wunsch auch zu den Familien nach Hause und zurück zum Bahnhof bringen, gehört dies auch zu unseren Aufgaben, die allerdings mit einem kleinen Betrag gesondert vergütet werden. Dies ist ein zusätzlicher Service, den wir anbieten. Die hier in Rechnung gestellten Kosten sehen wir als einen Obolus an und nicht als Zeit- und Kostenentschädigung. Und ganz nebenbei: Die Bearbeitung der vielen Anfragen und die Suche nach einer passenden Betreuungskraft sind bis zur Vertragsunterzeichnung bei den meisten Agenturen kostenlos, auch wenn es nicht zum Vertrag kommt. Dies ist sehr zeitaufwändig und kostspielig. Pflegeherzen berechnet erst ab der dritten Vorstellung einer Bewerberin eine geringe Kostenpauschale. Bis dahin bleibt alles kostenlos für den deutschen Kunden.

„Wir sind immer für Sie da!“- Das ist nicht nur ein Werbespruch. Wer Pflegeherzen kennt, weiß, dass wir bemüht sind, unseren Kunden und den entsendeten Betreuerinnen so gut wie möglich zur Seite zu stehen.

Die polnischen Agenturen: Millionäre?

Falsch ist die Aussage, dass die polnischen Unternehmen mehr verdienen als die polnischen Betreuungskräfte, denn der Verdienst ist erst da, wenn alle Kosten und Steuern abgezogen wurden. Hier können wir natürlich nicht für alle Kooperationspartner sprechen. Wir erlauben uns aber, über unsere Kooperationspartner zu sprechen. Je nach Projekt bleibt dem polnischen Unternehmen eine Summe von 200€ – 500€ zur Kostendeckung übrig. Diese Aussage baut auf unseren eigenen Erfahrungen und Recherchen auf.

Alle unsere Partner sind mittelständische Unternehmen. Jedes Unternehmen beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter in ganz Polen und europaweit. Die meisten Partner haben viele Filialen in Polen. Wieso dies notwendig ist? Für die Rekrutierung und die persönlichen Gespräche mit den Bewerberinnen ist dies wichtig, da man ansonsten bei dem sehr aufwändigen Marketing nicht konkurrenzfähig ist.

Ein sehr wichtiger Aspekt, der immer mit kalkuliert werden muss sind Projekte, die abgebrochen werden. Nicht selten kommt es zu Vertragsabbrüchen, in diesen Fällen trägt unser Partner teilweise die Reisekosten selbst und die entstandenen Kosten alleine. Damit entsteht hier eine finanzielle Belastung, die in der Mischkalkulation berücksichtigt werden muss. Im Falle eines vorzeitigen Wechsels trägt auch unser Partner erneut die Transportkosten, bitte beachten Sie dies.

„Ich wollte was Legales, ohne Scheinselbständigkeit. Die Betreuungskraft hätte sozialversicherungstechnisch abgesichert sein sollen. Vertragsstrafen haben jedoch verhindert, dass wir über den Vertrag sprechen konnten“

Die meisten Kunden von Pflegeherzen erfahren von uns über Multiplikatoren wie z.B. die Pflegestützpunkte, Ärzte, aber auch zufriedene Kunden – oder man hat uns ganz einfach über das Internet gefunden. Jeder Interessent erfährt von uns alles rund um das Thema der 24-Stunden- Betreuung.

Wir informieren nicht nur über die eigenen Leistungen, wir helfen auch bei dem Thema „Gelder aus dem SGB XII“. Als deutsche Agentur ist man verpflichtet, den Kunden nach bestem Wissen und Gewissen zu informieren, und gerade über die Vertragsmodalitäten – auch die der Betreuerinnen – muss man aufklären können. Wenn man sich des Themas der 24-Stunden-Betreuung annimmt, ist man es doch sich und seinen Kunden (und im Zweifel auch dem Gericht) schuldig , über das Thema ausführlich informieren zu können. Als Verbraucher recherchiert man Stunden im Internet, wenn es um Sachgüter geht. Also ist es doch nur selbstverständlich, sich bei einem Institut, einer Agentur oder im Internet zu informieren. Jeder potenzielle Kunde sollte auf das A-1-Formular bestehen, dann hat man auch die Sicherheit, dass die Frage der Sozialabgaben geregelt ist.

Wir, die Pflegeherzen stehen für absolute Transparenz, und dieser Bericht hat gezeigt, dass dies auch notwendig ist, gerade, weil diese Branche in der Tat oft mit unseriösen und zweifelhaften Praktiken zu kämpfen hat. Wir verschweigen unseren Kunden nicht, welche Gelder sowohl bei den Betreuerinnen als auch bei uns fließen, und wir stehen im ständigen Kontakt mit allen Beteiligten. Die guten Kontakte und die vielen Weiterempfehlungen zeigen, dass unsere Kunden dies zu schätzen wissen.

Im Vertrag, den unsere Kunden mit dem Kooperationspartner unterzeichnen, wird bestätigt, dass das A-1-Formular, sobald dieses vorliegt, ausgehändigt wird. Vorab können die Pflegeherzen-Kunden auf Wunsch eine Bestätigung erhalten, dass die Unterlagen ordnungsgemäß beantragt sind. Aus bürokratischen Gründen dauert es leider eine gewisse Zeit, bis die Papiere erstellt werden.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen ein wenig die Welt der 24-Stunden-Betreuung näherbringen. Für Fragen und Anregungen stehen wir selbstverständlich